Gedanken zum Glauben Juli 2026

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Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein versiegender Bach 

Amos 5,24 

 

Das Recht Gottes ströme wie Wasser – ein Bild des totalen Überflusses – Quellen, die uns verbinden, mit dem Glauben anderer Menschen, mit Jesus Christus und mit Gott. 

„Das Recht“ sprechen – wie schwer ist das! Ich beneide keinen Richter, vor allem nicht in der heutigen Zeit. Wie viele Gesetze muss er beachten, welche Dinge muss er überdenken? Es ist nicht mehr nach der Herzensentscheidung gefragt, es muss alles genau belegt und bewiesen sein. Aber wie kann ein Richter das Gesetz auslegen? Der Gesetzestext selbst gibt darauf keine Antwort. Es kommt auf seine Einschätzung und Bewertung an, die objektiv sein muss, an das Gesetz gebunden. Wie schwer ist es, alles in Einklang zu bringen.  

In der Bibel ist die Gerechtigkeit nicht immer so nachfühlbar. Es gibt Geschichten, wo Gott Recht spricht und wir es nicht verstehen können. Da ist zum Beispiel das Gleichnis vom verlorenen Sohn: Er lässt Bruder und Vater im Stich, verlässt sein Zuhause und gibt das ganze Geld aus. Viel später kommt er reumütig zurück und sein Vater feiert ihn und seine Rückkehr – er hat seinen Sohn zurückbekommen. Ein weiteres Beispiel für Gottes Gerechtigkeit ist die Geschichte von den Arbeitern im Weinberg: Egal wie lange sie dort am Tag arbeiten – 8 Stunden oder nur eine Stunde – sie verdienen alle den gleichen Lohn. Für uns ist das sehr ungerecht und wir können nicht verstehen, dass es Gottes Gerechtigkeit ist. Bei Gott gibt es keine Strafen und Gesetze. Das symbolisiert seine reine Barmherzigkeit. Er ist immer für den Angeklagten: „in dubio pro reo“. Er hat die Augen immer auf, er schaut hin und handelt aus Liebe. Seine Gerechtigkeit versöhnt und holt diejenigen zurück, die anders sind und anders gehandelt haben, als unser Verständnis und Wissen uns lehrt.  

Gerade heutzutage ist es schwer, dieses zu verstehen. Unser Weltbild zeigt doch, dass wir immer mehr machen müssen, uns ständig verbessern müssen und mehr Geld verdienen müssen. Viele schauen dabei nicht nach links und nach rechts. Sie nehmen keinerlei Rücksicht auf andere. Jeder will als erster durchs Ziel ohne die Verluste neben der Zielgeraden zu beachten. Das Wort „müssen“ begleitet uns alle sehr stark. Aber das ist der große Unterschied: Unser Glaube an Gott ist kein Weg zur Selbstverbesserung, sondern er hilft, das Vertrauen zu Gott zu finden. Wir müssen nicht „müssen“. Ich muss mich nicht immer verbessern. Ich kann jeden Morgen aufstehen und einfach die Liebe annehmen und weitergeben, denn Gott liebt mich so wie ich bin. Das ist natürlich kein Freibrief für das „Nichtstun“. Nein, wir müssen schon unser Leben leben, an unsere Grenzen kommen und lernen, was uns Gott aufgegeben hat. Aber wir können getrost schauen, wo unser Weg ist, was für uns richtig und was falsch ist.  

Vor ca. 2700 Jahren hat der Prophet Amos in Israel gelebt. Damals verstanden man den Glauben als eine Leistung und Anstrengung, die man aufbringen musste. Die Tage waren voll mit Bestimmungen, damit man es Gott recht machte. Man sang für Gott und feierte große Feste für ihn. Somit war man nach außen hin sehr fromm. Aber diese Frömmigkeit veränderte nicht das Verhalten. Man sprach Recht, aber Gottes Gerechtigkeit sah man nicht. Die einen lebten in Saus und Braus, die anderen in Armut. Amos sagte: „Ihr zeigt euch fromm, aber ihr erreicht Gott nicht mehr. Sonst hättet ihr die Schwachen und Armen im Blick. So unterdrückt ihr sie. Die Quelle Gottes ist aber für jeden da.“  

Von dieser Quelle zu trinken, lässt mich wieder zu Kräften kommen, um meinen Weg fortzusetzen. Unser Leben braucht die Liebe, die sich aus der Quelle Gottes speist. Ein Beispiel zeigt uns der römische Schalenbrunnen. Er hat zwei Schalen, das Wasser läuft von einer Schale in die andere. Sie fließen über und füllen sich, eine die andere. Und da ist das Vertrauen in Gott, dass er diese Schalen immer wieder füllt und zwar mit Gerechtigkeit und Liebe. Wir können dieses nur empfangen und annehmen, wenn wir es wollen und aus reinem Herzen fühlen. 

Ihre Monika Hansen 


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