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Im Gemeindehaus in der Waldsassener Straße 9, 12279 Berlin, befinden sich die Küsterei, alle Büros, das „Kinderhaus“ und eine unserer beiden Kitas. Fast alle Zusammenkünfte während der Woche finden dort statt. Jeden Sonntag feiern wir in dem neu gestalteten Kapellenraum um 11 Uhr Gottesdienst.

Durch die intensive Nutzung ist eine anderweitige Vermietung kaum möglich; bei Anfragen hierzu (etwa im Anschluss an eine in der Gemeinde durchgeführte Amtshandlung) wenden Sie sich bitte an unser Büro (Mo+Mi 10 – 12 Uhr; Tel. 755 12 20 15).
„Wir kennen deinen willen gott/leben in seiner fülle hast du allen versprochen/
nicht nur den weißen nicht nur den reichen…Eines tages gott … werden [wir] die fremden nicht mehr hassen/und die mauern der trennung einreißen…“
In diesem Gedicht hat Dorothee Sölle „Gottes Reich“ als Hoffnung in unserer Welt dargestellt.
Wie immer weist sie dabei auch auf unsere Beteiligung hin: Das „du sollst“ (als Anspielung auf die Gebote)
wird als Geschenk empfunden, durch dessen Hilfe auch wir ermächtigt werden, an einer guten Zukunft ohne Hass und Gewalt mitzuwirken.
Aber müssen wir -trotz allem – die Vaterunser-Bitte nur zukünftig denken? Wie wäre es, danach zu suchen, wo jetzt schon „Dein Wille“ gelebt wird?
Elke Neukirch und Veronika Ekkert-Rettig für den Sölle-Gesprächskreis
Dein wille
Wir wissen worauf du hinauswolltest
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Wolfgang Fietkau Verlags
als du uns dir ähnlich geschaffen hast
kinder der erde die sterben müssen
deine töchter und söhne fähig die liebe zu lernen
schon jetzt mitten im krieg
Wir kennen deinen willen gott
leben in seiner fülle hast du allen versprochen
nicht nur den weißen nicht nur den reichen
nicht nur denen die kaffee trinken
auch denen die ihn pflanzen und ernten
Wir danken dir für deine vielen du sollst
mit ihnen fragst du uns nach unseren geschwistern
den bäumen und den tieren
dem wasser und der luft
nach unserer zeit fragst du
und nach dem was uns wichtig ist
Eines tages gott werden wir alle deine du sollst
verwandeln in ein großes ja ich will
ja wir werden die fremden nicht mehr hassen
und die mauern der trennung einreißen
und die gewalt wird nicht mehr wohnen bei uns
wir werden sie nicht füttern und hätscheln
nicht bezahlen und nicht für allmächtig halten
dein wille wird geschehen
auch in unserem land
Dorothee Sölle
Aus: Dorothee Sölle, Loben ohne lügen, c Wolfgang Fietkau Verlag 2000
Geschichte
An Ostern 1968 weihte die Gemeinde Marienfelde ihr provisorisches Gemeindezentrum im entstehenden Neubaugebiet ein. Es war das erste „öffentliche“ Gebäude in der Nachbarschaft und wurde entsprechend genutzt. Neben kirchlichen Veranstaltungen stand das Haus auch Mieterräten, der Bürgerinitiative Marienfelde und anderen Gruppen zur Verfügung. 1970 wurde das Haus zu klein, ein Neubau wurde geplant. Nach einem Architektenwettbewerb wurde Heinz E. Hoffmann mit der Planung beauftragt. An Ostern 1975 konnte die Gemeinde ihr neues Haus in Besitz nehmen.
Die Kosten des Baues beliefen sich auf 1,8 Millionen DM. Daran beteiligte sich das Hilfswerk Berlin mit 200.000 DM für die Errichtung der Räume für Seniorenclub und Mittagstisch. Weiter 163.000 DM kostete die Inneneinrichtung (Möbel, Vorhänge, Lampen, techn. Geräte, Kücheninventar, Orgel). 20.000 DM wurden von Gemeindemitgliedern dafür gespendet.
Zwei Jahrzehnte lang wurde das Haus von der in Vorwendezeiten größten Kirchengemeinde Westberlins intensiv genutzt. In den 90er Jahren veränderte sich durch den Mauerfall, Straßenausbau und Veränderung der Bevölkerungsstruktur im Wohngebiet die Nutzung. Durch die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen ab 2002 verlor die Gemeinde einen ihrer wichtigsten Arbeitsschwerpunkte, die Hortbetreuung. Außerdem wurde die Situation der „Kita II“ an der Marienfelder Allee / Ahrensdorfer Straße durch den Ausbau der B 101 als Autobahnzubringer immer problematischer. Die Umstrukturierung des Gemeindezentrums durch den Anbau einer Kita wurde beschlossen: Ein neues „Familienzentrum“ sollte als Umbau des vorhandenen Hauses entstehen. Den Architektenwettbewerb entschied das Büro Lüling/Rau für sich; der GKR beauftragte umgehend die Umsetzung.
Die Baukosten in Höhe von 2 Mio.€ wurden im Wesentlichen durch den Verkauf des Kita-Grundstücks und aus Baurücklagen der Kitas und der Gemeinde aufgebracht. Am 1. Dezember 2005 war Baubeginn mit einem Abriss: Mit zwiespältigen Gefühlen musste sich die Gemeinde von der Kapelle des Gemeindezentrums verabschieden. Schon am 31. Mai 2006 war Richtfest; zum neuen Kita-Jahr war der Umzug geschafft. Zwei Kitas („Kita II“ und „Kita III“) waren zusammen gelegt zur „Kita im Familienzentrum“ mit 105 Plätzen.
Ein besonderer Dank gilt unserer Namenspatronin Dorothee Sölle. Die Beschäftigung mit ihrem Werk hat der Gemeinde dabei geholfen, über der verwaltungsintensiven Strukturreform die Inhalte nicht zu vergessen und an die Zukunft zu denken – dass wir mit allem Bauen Räume schaffen für Begegnung und Hilfe, für das Lachen, Weinen, Reden, Kämpfen und Feiern, damit die Gemeinde ein Segen sein kann für alle, die sie brauchen.
In den Jahren 2007-2011 wurde aus dem damaligen Speisesaal eine neue Kapelle geschaffen. Die Glaskünstlerin Marie-Luise Dähne entwarf dafür eine farbige Glaswand mit einem Spruchbild über dem Altar (Psalm 16, 8b-11; Bibel in Gerechter Sprache) und dann die Prinzipalien aus Beton und Glas. Weiterhin feiert die Gemeinde jeden Sonntag um 11 Uhr Gottesdienst in dem hellen Raum mit dem Blick nach draußen.
Im Jahr 2015 wurde das Gemeindehaus 40 Jahre alt. Zwei Jahre lang, bis 2017, wurden das Dach, die Fassade (Dämmung) und und die Fenster saniert, damit das Gebäude auch weiterhin der vielfältigen Gemeindearbeit zur Verfügung steht.
Carola Enke-Langner












