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Nun beginne ich aber von vorne: Sigrid wurde am 12. Mai 1939 in Bad Elster im Vogtland/ Sachsen geboren. Schon als Kind war sie sehr sportlich, turnte, tanzte, machte bei Aufführungen mit und hatte viel Spaß an der Bewegung. Sie arbeitete als Medizinisch-Technische Assistentin, bekam drei Söhne und lebte in der damaligen DDR. Als die Söhne älter wurden, verbrachte sie einen Urlaub in Ungarn, und in diesem Sommer lernte sie ihren jetzigen Ehemann Gerhard kennen. Wer sich erinnert, weiß, dass das damals nicht ganz so einfach war. Aber die beiden Verliebten hatten einen Plan. Am 8. November 1989, einen Tag, bevor die Mauer fiel, besuchte Sigrid eine Tante in der BRD. Sie nutzte die Chance und blieb in Berlin-Marienfelde bei ihrem Gerhard. Im St. Gertrauden Krankenhaus begann sie noch einmal eine Ausbildung zur Krankenschwester. Mit ganz viel Herz übte sie von da an bis 2004 diesen Beruf aus. Für sie war es eine Berufung. Viel hat ihr diese Arbeit gegeben, und die Zeit war sehr schön. 

Nachdem Sigrid sich im Westen etwas eingelebt hatte, musste es auch wieder mehr Bewegung geben. Damals gab es einen Aushang im alten Vereinsheim des TSV Marienfelde: „Jeden Donnerstag turnt eine Gruppe in der Turnhalle der Kiepertschule“. Und von nun an war sie dabei als neues Mitglied im TSV. Dort hat sie viele Freunde gefunden. Sigrid war viel unterwegs mit dem Berliner Turnerbund. Zum Beispiel zur Weltgymnastrada in Lausanne oder auch Helsinki. Beim Turnfest in Berlin und in den anderen Städten stand und steht sie auch heute noch am Start. Die Aufführungen mit hunderten Sportlern: Das ist ihr Ding! Dabei sein, das macht ihr Spaß. „Ich bin eine Rampensau“, sagt sie. 

Im alten und auch im neuen Vereinsheim, der ehemaligen Feuerwache gegenüber der Dorfkirche, hat sie einen kleinen Garten. Mit viel Liebe hegt und pflegt sie die Blumen und Pflanzen. Von ihrer Großmutter hat sie den grünen Daumen. „Ich spüre die Verbundenheit mit der Erde, da bin ich in Gott“, schöner könnte sie es nicht sagen. I

hr Mann Gerhard ist immer an ihrer Seite. Manchmal nennen wir ihn auch Hausmeister Krause. Das rührt daher, dass er in unserem Vereinsheim ein bisschen die Hausmeister-Rolle übernommen hat. Gerne erledigt er die eine oder andere Reparatur. Kurz gesagt, er hat den Durchblick. 

Wenn ihre Söhne aus Reutlingen, Leipzig und München mit den vier Enkeln und inzwischen auch schon einem Urenkel angereist kommen, werden sie verwöhnt. „Sie öfter zu sehen wäre schön“, sagt Sigrid. So oft wie möglich fahren die Beiden die Kinder besuchen. 

Inzwischen hat Sigrid das Amt als Vorstand abgegeben. 20 Jahre hat sie die Verantwortung getragen. Es gab Höhen und Tiefen. Aber es hat ihr Spaß gemacht. 

Ohne dieses Amt hat sie wieder etwas mehr Zeit für sich, ihren Mann, den Garten, ab und an klassische Musik zu genießen und um sich auf das nächste Turnfest vorzubereiten. Beim vergangenen Turnfest hier in Berlin war sie dabei. Fleißig hat sie geübt, damit die Aufführung zur Gala perfekt wurde. Ja, tanzen mit ihren Mädels, das macht ihr Spaß. Ich spürte ihre Begeisterung, wenn sie von den Proben erzählte. 

Wir beide sehen uns jeden Donnerstagabend in der Kiepertschule beim Sport. Sigrid steht in der ersten Reihe. Wie war das mit der Rampensau!? 

Ich freu mich, wenn du da bist und wünsche dir weiterhin ein bewegtes Leben und Gottes Segen! 

Kirsten Mross


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